Gute Kunst zwischen Monotonie und Chaos

Wenn wir davon ausgehen, dass Kunst Gestaltung ist, so kann man Kunst in ihrer Formhaftigkeit zwischen den Extremen der Gestaltung einordnen, nämlich zwischen totaler Formlosigkeit, sprich: Chaos, und rigider Ordnung sprich: Monotonie.

Totale Formlosigkeit = Chaos

 

Formlosigkeit entsteht, wenn:

a) die Elemente der Gestalt keine gemeinsamen Merkmale aufweisen, die Anzahl ihrer Variationen also ins uferlose ausgeartet ist, und wenn

b) die gegenseitige Anordnung (Permutationen) keinerlei Struktur erkennen läßt. Davon sind also schier unzählige Permutationen möglich. Das heißt, es gibt keinen Aufbau, keine Komposition, das Werk ist in dieser Hinsicht nicht entschlüsselbar.

Selbstredend, dass dies sicherlich keine Merkmale guter Kunst sein können.

Rigide Ordnung = Monotonie

Das genaue Gegenteil, die totale Ordnung, hat auf den ersten Blick etwas klar Durchschaubares. Hier gehen Variation und Permutation gegen Null. In der totalen Ordnung entsteht ein Muster, das wir sofort entschlüsseln können. Vertauscht man die Plätze zweier Element, so bleibt dies unbemerkt. Man wendet sich gelangweilt ab, Monotonie hat wenig Anziehungskraft.

Sicherlich ebenfalls kein Merkmal guter Kunst.

Zwischen Chaos und Monotonie: Kunst

 

Gute Kunst liegt zwischen diesen Extremen.

Dazu ist einerseits eine überschaubare Anzahl von Variationen der Elementformen nötig, man spricht klassisch von der Vielfalt in der Einheit. Andererseits ist auch ein wägbares aber nicht übertriebenes Maß an Struktur notwendig, die zu belebenden Spannungen führt.

Beides zusammen ist, war und bleibt die Grundlage für gute Kunst. Das gilt mithin  auch für zeitgenössische !


Kommentar schreiben

Kommentare: 0